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Polizei essen, Ausweis essen

Der Film «Polizei essen, Ausweis essen» wurde mit AsylbewerberInnen im Durchgangszentrums Kemptthal, Kanton Zürich, während eines Zeitraums von zweieinhalb Monaten erarbeitet. Aufgrund eines Ausgangssettings von Spielfiguren und Kostümen definierten die AsylbewerberInnen eine Anzahl von Charakteren, die ihnen für ihre individuelle Situation prägend erschienen. Mit diesen Charakteren wurden in Improvisation verschiedene Szenen entwickelt, die im Film schliesslich thematisch aneinandergekoppelt sind. Zentrales Motiv in der Beschäftigung der AsylbewerberInnen mit den fiktiven Rollen war ihr Verhältnis zur Nacherzählung der eigenen Biographie, welches während der Gesuchsverfahren von Seiten der Behörden ständig problematisiert und in Frage gestellt wird. Überwachen und Strafen sowie der Wunsch nach Sicherheit und Einfühlung gelangen in den einzelnen Szenen zum Ausdruck. Der Film entstand im Rahmen einer Recherche für das Theaterprojekt «Migrantenstadl», das im September 2003 im Fabriktheater Zürich zur Aufführung gelangte. Die wichtigsten Vorführungen des Films fanden in Kemptthal vor den Mitwirkenden selber statt.

Schauspiel: Saïdou Bah, Odbaatar Batsuch, Ghassan Ismail, Jawad Ismail, Muhammad Ismail, Valentine Kajura, Diana Pietrasik, Daniel Pietrasik, Dawid Pietrasik, Martin Stojkov, Martina Stojkov und weitere
Kamera, Schnitt:
Tim Zulauf
Dauer: 23 Minuten
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch. mit Deutschen und Englischen Untertiteln.
Januar bis März 2003
Präsentationen: «Critique of Pure Image. Between Fake and Quotation» Plovdiv, Bulgarien, 7.10. bis 8.11. 2005 und «Baustelle Schweiz» Zürich, 11.8. bis 30.10. 2005, Basel, 11.5. bis 2.7. 2006.