Wanda Wylowa, Ingo Heise, Agnes Lampkin

von Hugo, Wylowa, Lampkin, Heise

Ingo Heise, Agnes Lampkin

Felix von Hugo, Wanda Wylowa

 

Migrantenstadl

«Migrantenstadl» versucht, die Asylproblematik bewusst weit zu fassen. In fünf Episoden werden Heimat, Gruppenzugehörigkeit und Ausschluss unter stets neuen Bedingungen trainiert, manipuliert oder verworfen. Dabei steht nicht die bequeme Parodie der im Titel anklingenden, berühmten TV-Sendung im Zentrum. Volkstümelei ist kein Privileg von «verblendeten» TV-Zuschauern, autoritäres Spiessertum hat viele Kleider, vielleicht die unseren. So versteht der Abend Migration vielmehr als eine ökonomisch bestimmte Kategorie, die jener der Nation – sei sie fremd oder eigen – übergeordnet ist. Der Stadl bleibt derweil der nie gezeigte, weil wechselnde Standort einer Heimatmaschine, über deren Mechanik der Theaterabend während 80 Minuten mutmasste.

Schauspiel: Ingo Heise, Felix von Hugo, Agnes Lampkin, Wanda Vyslouzilova, Andreas Storm (Video)
Text, Songtext, Regie: Tim Zulauf
Animationen: Yves Netzhammer
Bühne: Daniel Robert Hunziker
Kostüm: Zuzana Ponicanova
Musik: Marcus Maeder, Bernd Schurer
Licht: Matthias Hiller
Dramaturgie:
Anne-Christine Gnekow, Tobi Müller
Choreographie:
Anne-Christine Gnekow, Brigitta Schrepfer
Regieassistenz: Boris Brüderlin
Videotechnik, Kamera: Gennaro Monti, Eva von Wartburg, Patrick Maillard
Videoassistenz: Cornelia Heusser
Dauer: 80 Minuten
Koproduktion mit Dem Fabriktheater Zürich 2003, Eingeladen an das Festival Impulse 2004, Aufgeführt im Rahmen von «Live And Let Die!», Schauspielhaus Zürich, 2004.


Pressestimmen:

«Ein ironisches Feuerwerk aus Fragen nach der ‘richtigen’ Identität. […] Der verspielte Abend will mit verschiedenen Mitteln viel aussagen. Das gelingt.» Bettina Müller, sfd, 26.9.2003
«[zu: «Live And Let Die!», Schauspielhaus Zürich] Einen ersten solchen Höhepunkt bildete am Samstagnachmittag das im letzten Herbst uraufgeführte Theaterstück «Migrantenstadl» der Gruppe Klassenfahrt. Die Revue um das abgeschlossene Stadl, wo Heimat via Konsum produziert wird, ist ein facettenreiches und witziges Spiel um Inklusion, Rassismus, Imageproduktion und immaterielle Arbeit.» Mischa Suter, Die Wochenzeitung, 11.3.2004

«Ein theatralischer Diskurs über den Heimatkonsum – klug, aber zum Glück nicht nur. […] Denn Klassenfahrt hat eine eigenständige Ästhetik entwickelt, zu der die Computeranimationen von Yves Netzhammer ebenso gehören wie der Elektropop von Marcus Maeder und Bernd Schurer. ‘Migrantenstadl’ ist eine stimmige, kurzweilige Inszenierung, die längst nicht in ihrer gar nicht so eindeutigen Aussage aufgeht.» Philipp Gut, Tages-Anzeiger, 26.9.2003

«‘Migrantenstadl’ aus Zürich entlarvt Heimat als reine Ware und nimmt sie mit beissendem Humor aufs Korn.» theater pur, März 2004